schule eppendorf

GRUND- UND STADTTEILSCHULE EPPENDORF

klein anfangen - gemeinsam wachsen - groß rauskommen

Lesende Schule

Alle Kinder sind neugierig und Lesen ist ansteckend. Das ist die Grundlage für die umfassende Leseförderung an unserer Schule, die sich von der Grundschule bis in die Sekundarstufe erstreckt.

BüchereiWir haben eine sehr beliebte und gut besuchte Schülerbücherei, die 12 Stunden pro Woche geöffnet ist. Eine Fachkraft kümmert sich um den Bibliotheksbetrieb und um viele andere Leseförderaktivitäten. Dazu gehört auch die Organisation einer Veranstaltung zum Welttag des Buches unter dem Motto “ BucHHeimat Hamburg“ und das Vorlesetraining als Vorbereitung des Lesewettbewerbes, den wir jährlich durchführen.
Die Schülerbücherei hat einen Ausleihbestand von 1500 Büchern, aus dem stets ca. 400 bis 500 Bücher an etwa 200 Schüler ausgeliehen sind. Bisher sprechen wir mit unserer Schülerbücherei die Grundschule und die Klassen 5-7 besonders an. Das Angebot für die älteren Schülerinnen und Schüler ist noch nicht vorhanden.
Das Besondere an unserer Schülerbücherei ist aber der umfangreiche und sehr attraktive Präsenzbestand von insgesamt 700 Büchern: aktuelle Zeitschriften, Comics, Cartoons, Star-Wars-Bücher, Wimmelbücher, Rekordebücher und viele besonders ansprechend gestaltete Bildbände. Dazu kommt die „Wand des Wissens“ mit zahlreichen Nachschlagewerken und Monographien zu interessanten Themen wie Ländern, Religionen, Kulturen, Tieren und Pflanzen, Philosophie, Architektur, Kunst, Politik, Geschichte, Sport usw.
Dieser Präsenzbestand wird von zahlreichen Schülern während der Ganztagspause und der 2. großen Pause freiwillig und regelmäßig genutzt. In den sogenannten „Büchereistunden“ steht die Schülerbücherei einzelnen Klassen zur Verfügung, die sie im Rahmen des Unterrichts nutzen. Die Vorschulklasse und die 1.Klassen haben regelmäßige Kennenlern- und Schnupperstunden in der Schülerbücherei.

In unserer Schule gibt es für die GS und für die Sekundarstufe ein Lesecurriculum, denn Leseförderung ist ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf individualisierten Unterricht. So gibt es z.b. in der Grundschule und in der Sekundarstufe Buchvorstellungen auf unterschiedlichen Niveaus und die Schüler lernen schon in der Grundschule, einen Lesepass anzulegen. Auch im Rahmen der Inklusion haben wir die Möglichkeit die Bücherei zu nutzen. Während die „Schmetterlinge“ ihre Forscherarbeit erledigen und Fragestellungen zu einem eigenen Thema mit Hilfe der Sachbücher beantworten, wird einem Kind in einer anderen Ecke von der Lesementorin vorgelesen oder es übt das Lesen.
Für das nächste Schuljahr wünschen wir uns zwei Erweiterungen der Schulbücherei. Zum einen brauchen die älteren Schüler einen Raum, in den sie sich zurückziehen können und wo ihnen gleichzeitig ein altersentsprechendes Leseangebot zur Verfügung steht. Wir stellen uns eine Leselounge vor, in der man sich gerne aufhält. Dann benötigen wir Material, mit dem auch unsere leseschwachen Schüler und Schüler mit besonderem Förderbedarf gut arbeiten können.

Erfolg und Wirkung: In unserer Schule ist es „cool“, die Bücherei zu besuchen. In dem Zeitalter der digitalen Medien ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder und Jugendliche ein Buch in die Hand nehmen- bei uns schon! In vielen Klassen liest die Mehrheit der Schüler gerne. Manche Schüler berichten, dass sie erst richtig angefangen haben zu lesen, als sie an unsere Schule kamen. Einige lesen ausschließlich in der Schülerbücherei und ziehen sich dort mit der Lektüre zurück. Andere kommen zusammen mit Freunden, um gemeinsam zu stöbern und zu schmökern. Natürlich werden auch Bücher ausgeliehen. Besonders freut uns die Entwicklung, dass die Schüler zunehmend die Sachbücher nutzen, um sich zu informieren z. B. für Hausaufgaben und Referate aber auch, um ihren Wissensdurst zu stillen. Wir erreichen mit unserem Angebot viele Jungen, die häufig gar nicht lesen und Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Haushalten, die sonst nicht die Möglichkeit dazu haben. Langfristig erhoffen wir uns durch unser Projekt die Lesefähigkeit aller Schüler deutlich zu verbessern.
Gesellschaftlicher Wert: In der entspannten Atmosphäre in den Pausen der Ganztagsschule und durch die selbstgewählte Lektüre kann Lesesozialisation auch in der Schule stattfinden. Von einer großen und gut ausgestatten Schülerbücherei profitieren alle Schüler, ganz unabhängig vom Elternhaus. Für Schüler mit bildungsfernem Hintergrund  ist unser Angebot in der Schülerbücherei ein Beitrag zur Chancengleichheit.
Wer gerne liest, weiß  in seiner Freizeit etwas mit sich anzufangen und ist beschäftig und somit weniger gefährdet, sich in Kreisen aufzuhalten, die der eigenen Entwicklung nicht guttun.

Nachhaltigkeit: Lesen ist eine wichtige Kernkompetenz –  und Lesen soll Spaß machen. Mit Hilfe der Schülerbücherei und den vielen anderen Lesefördermaßnahmen können wir das Lesepensum der Schüler steigern. Schüler, die gelernt haben, sich in Nachschlagewerken und Monographien zurecht zu finden, recherchieren oft im Internet kompetenter als andere. Diese Bücher enthalten gesichertes Wissen und sind überschaubar aufgebaut, was besonders die nicht so leistungsstarken Schüler entlastet und anspricht. In unserer Schule wird im Lesementor Programm sehr viel vorgelesen, aber auch schon in der Frühstückspause der Grundschüler. Die Schüler untereinander lesen sich gerne in der Bücherei vor.
Kinder, denen viel vorgelesen wurde, lesen später gerne ihren jüngeren Geschwistern, Mitschülern und hoffentlich ihren eigenen Kindern vor.
Wichtig ist, dass die digitalen Medien und besonders die Computerspiele im Jugendalter nicht das Lesen von Büchern ablösen. Wer viel liest, kann sich in der Regel besser ausdrücken und kann so erfolgreicher die Schule durchlaufen. Deshalb ist es besonders wichtig, das Leseangebot für ältere Schüler fortzusetzen.

Übertragbarkeit: Unser Angebot einer Präsenzbibliothek, das auch „Lesemuffel“ erreicht, kombiniert mit einem attraktiv gestalteten Sachbuchbestand  und der Ausleihmöglichkeit von Büchern, ist etwas Besonderes. Unsere Schulbücherei ist für alle ein wichtiger Baustein in der Pausengestaltung, in der Ganztagsschule und im Unterricht geworden. Wir haben dieses Konzept für unsere Schule entwickelt und wünschen uns viele Nachahmer. Es ist ein gutes Beispiel, wie man aus den kleinen Anfängen einer Elterninitiative ein immer größer werdendes Projekt entwickeln kann. Die nachhaltige Freude am Lesen zu entwickeln kann leicht auf andere Schulen übertragen werden.
Kurzes Fazit und Verwendung des Preisgeldes: Kinder und Jugendliche halten sich heute  wesentlich länger in der Schule auf als früher. So ergibt sich die Notwendigkeit, in der Schulzeit die Lesefähigkeit möglichst gut zu fördern. Das bietet natürlich auch die Chance, alle Schülerinnen und Schüler  neugierig auf das Medium Buch zu machen, sie mit interessanten  Büchern zum Lesen zu verlocken. So können sie einen eigenen Lesegeschmack entwickeln und zusätzlich den  besonderen Nutzen von Büchern als Infomationsquelle neben dem Internet entdecken.
Mit Hilfe des Preisgeldes  möchten wir unser Angebot weiter ausbauen und unsere „Leselounge“ für die Mittelstufe einrichten und mit altersentsprechendem  Lesestoff ausstatten. Die Leselounge ist in einem separaten Gebäude der Schule geplant, in dem die Klassenräume der älteren  Schülerinnen und Schüler untergebracht sind.
Wir würden das Geld nutzen, um einerseits den Buchbestand nach den Bedürfnissen und Wünschen der Schüler zu erweitern, also das anschaffen, was sie lesen möchten – andererseits die Neuanschaffungen am Bedarf der schulischen Themen orientieren. Wir benötigen Angebote für besonders leistungsstarke Schüler und gleichzeitig Lesematerial für unsere Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Besonders den Sachbuchbereich, der auch für Aufgabenstellungen aus dem  Unterricht genutzt werden kann, sollte so erweitert werden, dass er ein weiterer Baustein im Bereich der individualisierten Förderung unserer Schülerinnen und Schüler darstellt.